- Homepage
- >
- Umwelt-, Natur-, Tier- und Klimaschutz
Giftmülldeponie Ihlenberg: Für Schweriner Ministerium ein geordneter Betrieb

Giftmülldeponie Ihlenberg am 21. Januar 2019
Das Schweriner Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit hat der Deponie Ihlenberg bescheinigt, bei der Annahme von Giftmüll ordnungsgemäß zu verfahren, nachdem Herr Stefan Schwesig als zuständiger Revisor bemängelt hat, dass die Minimierung der Risiken bei der Annahme von Abfällen nicht ausreichend ist. Das Ministerium stellt fest, dass die Deponieverordnung und die vorgeschriebenen Verfahren eingehalten würden und dass ein geordneter Deponiebetrieb herrsche.
Für die Fraktionsgemeinschaft der Freien Wähler & GAL, die zu den Kritikerinnen der Giftmülldeponie auf dem Ihlenberg gehört, ist jedoch nicht die Befolgung von Ordnungsvorschriften das Problem, sondern die Frage, ob diese Vorschriften ausreichen, Gefahren für Gesundheit und Umwelt abwenden.
GAL Mitglied Hans-Jürgen Schubert dazu: „Für diejenigen, die ein wirtschaftliches Interesse an dieser Deponie haben, galt sie schon immer als ‚geordnet‘. Sie konnte nach DDR-Gesetzen ohne Bürgerinnen-Beteiligung eingerichtet werden, weil sie im grenznahen Sperrgebiet der DDR angelegt wurde. Der Lübecker Senat hatte damals gegen die Lage der Deponie – nur 5500 m von der Stadtgrenze entfernt – nicht ausdrücklich protestiert, sondern nur ein ‚Unbehagen‘ daran geäußert. Das Gründungsverfahren hatte keine Ähnlichkeit mit einem westlichen Planfeststellungsverfahren, aber das führte nach 1989 nicht zur Stilllegung der Deponie. Ökonomisch wurde die Deponie durch die Kooperation mit der westlichen Firma ‚Hanseatisches Baustoffkontor‘ gefördert. Dass heute in der Zeit der Bundesrepublik diese Politik fortgesetzt wird, ist nicht verwunderlich.
Fotos aus der Einrichtungsphase der Deponie zeigen ein planiertes Erdreich, aus dem teilweise Wurzeln von Gehölzen ragen. Eine Abdichtung etwa in Form einer Folie gibt es bei den ersten Ablagerungsflächen nicht, aber das ist offenbar nicht ordnungswidrig. Der Gutachter Dr. Gronemeyer war zu dem Ergebnis gekommen, dass nach einem Zeitraum ab circa 25 Jahren der Ablagerung auf diesen ersten Flächen mit dem Durchsickern von Schadstoffen bis ins Tiefengrundwasser – dem Trinkwasserreservoir – gerechnet werden kann. Erschwerend kommt hinzu, dass Bohrungen zur Erkundung des Untergrundes dieser alten Ablagerungsflächen nicht in einer Rasterdichte durchgeführt wurden, die ein zuverlässiges Bild von Sandeinschlüssen und Klüften der Mergelschichten ergibt: hier könnten Flüssigkeiten schneller sickern als durch Mergelschichten. Und selbst schwer durchlässige Mergelschichten können durch Lösungsmittel aus den Abfallhalden für nachfolgende Schadstoffe durchlässiger werden als in ihrem natürlichen Zustand. Es gibt Grundwasser-Kontrollbrunnen der alten Deponie-Areale, die inzwischen außer Betrieb genommen wurden.
Wenn die Vorgänge, die in dem Schwesig-Bericht vom 10. September 2018 dargestellt sind, zum geordneten Deponiebetrieb gehören, wie das Schweriner Wirtschafts-Ministerium nun im Januar 2019 als Antwort darauf verlautbart, dann ist das um so Besorgnis erregender. Wir folgern aus dem Schreiben des Ministeriums, dass wir unsere Bemühungen um Schließung und Sanierung der Deponie Ihlenberg verstärken müssen.“
Siehe auch: https://gal-luebeck.de/giftmuelldeponie-ihlenberg-grossartiger-erfolg-durch-nabu-klage/
Giftmülldeponie Ihlenberg: Großartiger Erfolg durch NABU Klage!

Foto: Pätzold-27.1.90 Umweltschützer aus beiden deutschen Staaten folgten dem Aufruf verschiedener Umweltgruppen und Bürgerinitiativen aus Lübeck, Schwerin und Wismar zur Mülldeponie Schönberg (Kreis Grevesmühlen) zu demonstrieren, die als größte Giftmülldeponie Europas gilt. (Quelle siehe *)
Am vergangenen Dienstag, 15. Januar hat der NABU mit seiner Klage gegen die Erweiterung der Giftmülldeponie Ihlenberg (ehemals Schönberg) einen großartigen Erfolg erreicht. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hat das Gerichtsverfahren ausgesetzt, damit das fehlende Planfeststellungsverfahren mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung nachgeholt wird.
„Nun müssen angrenzende Kommunen und Gemeinden gehört und einbezogen werden“, freut sich Antje Jansen von der GAL.
Zeitlich passend stellt die Fraktionsgemeinschaft Freie Wähler und GAL einen Antrag in der kommenden Lübecker Bürgerschaft am 31. Januar 2019, die Hansestadt solle sich für die Stilllegung der Deponie einsetzen sowie umfassende Untersuchungen bewirken, bzw. auf Lübecker Boden selbst veranlassen.
„Die Deponie hat auch im 40. Betriebsjahr keine ordentliche Genehmigung. Dabei wurde bis Ende des letzten Jahres sogar Giftmüll aus Italien und anderen europäischen Ländern dort aufgenommen.
Wir wissen weder welches Giftgemisch sich im Untergrund befindet, noch wann oder ob es unser Trinkwasser verseucht. Warum wird seit Jahrzehnten Geheimhaltung betrieben, wenn es angeblich nichts zu verbergen gibt?“ entrüstet sich Antje Jansen. „Wir lesen immer wieder von Skandalen, über zu hohe Grenzwerte des aufgenommenen Giftmülls und wenigen Kontrollen der LKW-Ladungen. Das schafft nicht nur Verunsicherung sondern schürt gesundes Misstrauen. Wessen Interessen haben hier Priorität?
Die Bevölkerung hat ein Anrecht auf größtmöglichen Schutz und Transparenz.
Deshalb fordern wir mit unserem Antrag Bürgermeister Lindenau dazu auf, möglichst gemeinsam mit den Bürgermeistern von Selmsdorf und Schönberg ein umfassendes Untersuchungsprogramm auf Schadstoffe zu initiieren und sich auf Landesebene dafür einzusetzen, Diagonalbohrungen durchzuführen, um endlich einschätzen zu können, wie weit Schadstoffe in den sehr inhomogenen Deponieuntergrund eingedrungen sind.
Grundsätzliches Ziel sollte die sofortige Schließung der Deponie sein. Die Gesundheit der Bevölkerung und eine langfristig gute Qualität unseres Grundwassers muss das höchste Interesse der Verantwortlichen sein – nicht die weitere Deponierung von Giftmüll.“ so Antje Jansen.
Der Antrag der Fraktion Freie Wähler und GAL im Wortlaut:
Die Stadt Lübeck setzt sich für die sofortige Schließung und Sanierung der Giftmülldeponie Ihlenberg ein.
Solange eine Schließung der Deponie nicht in Sicht ist, beauftragt die Hansestadt Lübeck unverzüglich einen Hydrogeologen oder eine Hydrogeologin für die Durchführung aktueller Oberflächengewässerbeprobungen am Zufluss zum Dassower See.
In den Dassower See fließen zwei Gewässer, die durch deponiebürtige Schadstoffe belastet sein könnten: Die von Selmsdorf kommende Jabsbek und die von Schönberg kommende Stepenitz. In letztere fließt über den Rupensdorfer Bach und die Maurine die Vorflut der Deponie. Da in der Vorflut radioaktives Tritium mit bis zu 575 bq/l gemessen wurde, sind die Beprobungeninsbesondere aufTritium sowie auf die einschlägigen deponiespezifischen Schadstoffe zu prüfen.
Tritium stellt dabei auch einen Indikator für Deponiebeeinflussung dar, sobald die gemessenen Werte 2-4 bq/l übersteigen. Um mögliche Kontaminationen der Vergangenheit zu untersuchen, sind Sedimentuntersuchungen in diesem Bereich notwendig.
Sinnvoll ist es, alle Quell- und Grabenaustritte am Hang des Ihlenberges in gleicher Weise zu untersuchen. Eine Zusammenarbeit mit den Kommunen Selmsdorf und Schönberg ist anzustreben.
Um endlich einschätzen zu können, wie weit Schadstoffe in den sehr inhomogenen Deponieuntergrund eingedrungen sind, ist es erforderlich, Diagonalbohrungen so durchzuführen, dass der Bereich des Deponiezentrums erfasst wird und damit eine realistische Berechnung erfolgen kann, ab welchem Zeitpunkt eine Belastung des trinkwasserführenden Grundwasserleiter zu besorgen ist.
In diesem Bereich hat die Deponie in einer Fläche von 32 ha keine Folie als Abdichtung zum Untergrund. Schon in den 80iger Jahren wurden in den damals dort vorhandenen Grundwasserermessstellen deponiebürtige Stoffe gefunden.
Die Stadt Lübeck hat hier keine Handhabe, diese Untersuchungen eigenständig zu veranlassen, setzt sich jedoch auf Landesebene in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern dafür ein, derartige Untersuchungen endlich durchzuführen. Die Stadt Lübeck nimmt Gespräche mit Bürgermeistern von Selmsdorf und Schönberg auf, um gemeinsam ein Untersuchungsprogramm für die auf deren Gemeindegebieten befindlichen Oberflächengewässer zu entwickeln und zu realisieren.
Der Bürgermeister wird gebeten, zeitnah über die Umsetzung und aktuelle Entwicklungen in
Sachen Giftmülldeponie Ihlenberg zu berichten.
Bürgerschaftsantrag Giftmülldeponie Ihlenberg
*Bildquelle: Von-Bundesarchiv_-Bild-183-1990-0127-003_Wolfried-Pätzold_CC-BY-SA-3.0-CC-BY-SA-3.0-de-commons.wikimedia.org_.jpg
GAL: Müllsammel-Aktion am „Earth Day“ war ein Erfolg
Am Sonntag rief die GAL-WählerInnengemeinschaft dazu auf, in Gothmund am Trave-Ufer Müll zu sammeln. Insgesamt beteiligten sich sechzehn Leute daran, davon auch Mitglieder vom BUND und Greenpeace Lübeck sowie aktive BürgerInnen.
In nicht mal zwei Stunden hatte die Gruppe mehrere Säcke Müll gesammelt, überwiegend Plastik in allen Variationen, zerbrochene Flaschen, aber auch Batterien, drei Zeitungsstapel, die jemand wohl ins Wasser geworfen hatte, anstatt sie auszutragen, und als größter Fund lag angeschwemmt am Ufer… eine Matratze. “

Matratze
Wahnsinn!“, resümiert GAL-Mitglied Carl Howe, der die Idee zu der Aktion hatte. „Mit so viel Müll auf kleiner Fläche hatten wir nicht gerechnet.“ Am Ende gab es keine Tüten oder Behälter mehr, um weiter zu sammeln.

Flaschen
Die Aktion der GAL fand am Earth Day – Tag der Erde statt. Jedes Jahr am 22. April sammeln in mittlerweile über 150 Ländern weltweit Menschen Müll. Insbesondere Plastikmüll gerät tonnenweise ins Meer und landet an den Küsten und Ufern. Über Mikroplastik, das Giftstoffe anzieht, aufnimmt und von Fischen gefressen wird, geraten diese in unsere Nahrungskette.

noch mehr Flaschen
Katja Mentz (GAL), die vor 28 Jahren den Earth Day in Kalifornien kennengelernt hatte, wünscht sich die Verbreitung dieses internationalen Aktionstags auch in Deutschland. In Schleswig-Holstein und auch in Lübeck gibt es seit wenigen Jahren im März die Aktion Sauberes Lübeck. Viele LübeckerInnen nehmen daran teil und sammeln Müll. „Ein weiterer Tag schadet nicht.“, so die GAL. „Beim Anblick der gesammelten Müllberge wächst das Bewusstsein für den Müll, den wir täglich produzieren und dringend drastisch reduzieren müssen.“
2015 hat die Umweltprofessorin Jenna Jambeck von der Universität Georgia errechnet, dass von den 35 Millionen Tonnen Kunststoffmüll jährlich, neun Millionen Tonnen Plastik im Meer landen. Mittlerweile ist die Zahl gestiegen.

Kleber
Immer mehr Staaten verbieten aus diesem Grund Plastiktüten, Strohhalme und andere Einwegartikel aus Kunststoff. In England soll ein Verbot von Strohhalmen, Plastikrührstäben und Wattestäbchen bis Ende des Jahres in Kraft treten. Großbritannien verbraucht jedes Jahr 8,5 Milliarden Plastikstrohhalme.
„In Deutschland ist ein Verbot von Plastiktüten, Mikroplastik und Einwegutensilien aus Kunststoff überfällig.“, fordert die GAL. Innerhalb Europas liegt Deutschland beim Verbrauch und der Produktion von Plastikmüll an der Spitze.

Batterien
Die GAL-WählerInnengemeinschaft will die Müllsammel-Aktion an anderer Stelle in Lübeck wiederholen. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Paket mit Zeitungen

Feuerzeug

Müll soweit das Auge reicht

Gefährliche Scherben

ausgewaschener Porenbeton

13 Säcke Müll

nach zweistündiger Aktion

im Naturschutzgebiet Gothmund
(mehr …)
GAL beim Auftakt für #wirfuerbio – Gemeinsam gegen Plastik in der Biotonne
Am 20. April stellten die Entsorgungsbetriebe Lübeck ihre Kampagne #wirfuerbio – Gemeinsam gegen Plastik in der Biotonne vor. Mitglieder der Wählerinnengemeinschaft GAL waren dabei. So wurde bei der Veranstaltung berichtet, […]
weiter lesen..
Mitmachen erwünscht! GAL sammelt Müll am Trave-Ufer
Am Sonntag, 22.04., 15 Uhr sammeln Mitglieder der GAL angeschwemmten Müll entlang der Trave und laden herzlich dazu ein, mitzumachen und sich dabei kennenzulernen. Mit dabei sind Antje Jansen, Carl […]
weiter lesen..
Flughafenausbau: GAL ermutigt zu weiterem Widerstand
GAL ermutigt Groß Grönau zu weiterem Widerstand und kritisiert die Verschleuderung von Haushaltsmitteln Die GAL Fraktion hofft, dass Groß Grönau beim Kampf gegen den Flughafenausbau nicht aufgibt, sondern rechtliche Möglichkeiten […]
weiter lesen..
Abriss Yorckstraße überraschend begonnen
Heute Morgen, kurz vor 8 Uhr klingelte das Telefon. Eine Anwohnerin der Yorckstraße informierte uns darüber, dass ein Bagger in die Yorckstraße gebracht wurde. Unser Fraktionsmitglied Katja Mentz machte sich auf den Weg und […]
weiter lesen..
Stadttauben in Lübeck – GAL-Fraktion lädt ein zur Diskussion
Die GAL Fraktion lädt am Montag, 5.3.2018, um 18:30 Uhr zur öffentlichen Sitzung zum Thema Stadttauben in Lübeck ein. Zu Gast sind Mitglieder des Vereins „Stadttauben Lübeck e.V.“ und vom […]
weiter lesen..
Yorckstraße: Rollt der Bagger oder rollt er nicht?
GAL unterstützt weiterhin die Initiative und den Aufruf, am Montag, 26.2., um 9 Uhr zu einem Vernetzungstreffen in der Yorckstraße 23-25 zusammen zu kommen. Die Bürgerschaft hat gestern […]
weiter lesen..
GAL fordert: geplanten Abriss in der Yorckstraße stoppen!
Am kommenden Montag rollen Bagger in der Yorckstraße 23-25 an, um mit dem umstrittenen Abriss der alten Eishalle und der Garagen zu beginnen. Dies erfuhr die GAL-Fraktion von einem Anwohner. […]
weiter lesen..