Fraktion Linke & GAL kritisiert politische Bevorzugung des Stadtteils Travemünde


Fotorechte: Wikipedia/ ROLLEI

In ihrem Haushaltsbegleitbeschluss hatte die Fraktion Linke & GAL beantragt, Ausgaben in Höhe von 850.000 Euro in Travemünde zu streichen. Dafür sollte der Quartierspark in St. Lorenz Nord endlich gebaut werden. Die Vorschläge der Fraktion scheiterten an CDU, Grünen und FDP.

Immer noch kein inklusiver Quartierspark für St. Lorenz Nord

„Als Fraktion Linke & GAL hatten wir mit unserem Haushaltsbegleitantrag eindeutige Schwerpunkte bei den Themen Gewaltschutz für Frauen und Kinder, Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Inklusion in St. Lorenz Nord sowie auf das Naturschutzgebiet Wakenitz gelegt. Die politische Mehrheit hat immerhin die Finanzierung einer Schutzwohnung und die von der GAL seit über einem Jahr geforderte Personalstelle für das Wakenitz-Konzept mit Budget beschlossen“, erklärt Juleka Schulte-Ostermann, Bürgerschaftsmitglied der GAL. „Die Realisierung der seit 2024 bestehenden Pläne für einen inklusiven Quartierspark im Stadtteil St. Lorenz Nord wurden jedoch erneut von CDU, Grünen und FDP aus Kostengründen abgelehnt.“

Dafür Toiletten, Pflanzkübel und Sportgeräte in Travemünde

„Dabei ist St. Lorenz der Lübecker Stadtteil mit dem höchsten Verkehrsaufkommen und der größten Feinstaubbelastung. Gleichzeitig gibt es dort kaum öffentliche Grünflächen und wenig Begegnungsraum mit Aufenthaltsqualität“, so Katja Mentz (GAL), die sich bereits 2025 im Ausschuss für Schule und Sport für den Quartierspark Am Drögeneck eingesetzt hatte. „Der inklusive Quartierspark wurde mit breiter Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geplant und wäre allen Generationen im Quartier zugutegekommen: Jung und Alt, mit und ohne Behinderung – ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Stadt. Umso größer war im vergangenen Jahr die Enttäuschung, dass CDU, Grüne und FDP den Quartierspark aus Kostengründen ablehnten.“

„Ein solches inklusives Generationenprojekt darf nicht an ein paar hunderttausend Euro scheitern, wenn hunderte Kinder und Erwachsene im Quartier davon täglich profitieren“, kritisiert auch Juleka Schulte-Ostermann (GAL) die erneute Ablehnung. „Um Gelder im Haushalt freizumachen, hatten wir mit unserem Haushaltsbegleitantrag Vorschläge gemacht, mit denen fast eine Million Euro freigesetzt worden wären. So hätten wir auf die für 600.000 Euro neu geplante Bedürfnisanstalt in Travemünde am Mövenstein verzichtet. Auch Pflanzkübel für 150.000 Euro auf der Strandpromenade halten wir für keine sinnvolle Ausgabe – zumal die Folgekosten nicht mit einkalkuliert wurden.“

Wird Travemünde bevorzugt behandelt?

Carl Howe, baupolitischer Sprecher der GAL

Der dritte Sparvorschlag der Fraktion sah vor, auf die Sportgeräte am Brügmanngarten in Höhe von 100.000 Euro zu verzichten. „Der Brügmanngarten muss als Freifläche für Erholung, Spiel und Veranstaltungen öffentlich erhalten bleiben. Wir wollen dort weder einen Minigolfplatz, der rund ein Viertel der Fläche verbrauchen würde, noch einen Calisthenics Park mit teuren Sportgeräten“, so Carl Howe (GAL), der sich seit vielen Jahrzehnten in Travemünde engagiert. „Die Toilette am Mövenstein ist zwar aus den 60-er Jahren, aber hygienisch einwandfrei und gepflegter als so manche Schultoilette in Lübeck. Diese Bedürfnisanstalt kann getrost noch ein paar Jahre genutzt werden, zumal ganz neue Toiletten wenige hundert Meter entfernt am Grünstrand entstanden sind.“

Die Fraktion Linke & GAL fragt sich, warum die Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP im Haushalt 2027 sogar noch zusätzliche 100.000 Euro für weitere Ordnungsdienste in Travemünde bereitstellt, als wäre dort ein Hotspot der Kriminalität und Geld spiele hier keine Rolle. „Dass unsere Sparvorschläge in Travemünde abgelehnt wurden, spricht für sich. Eine solch offensichtliche Bevorzugung eines einzelnen Stadtteils ist nicht in Ordnung“, so die Fraktion Linke & GAL.

↑ Nach oben