GAL zum PARKing Day: Zu viele Autos im öffentlichen Raum
Die GAL Wähler*innengemeinschaft beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder am PARKing Day, der am Freitag, 17.9. von 10 bis 16 Uhr in der Beckergrube durchgeführt wird.
Parken bleibt ein
zentrales Thema bei der Verkehrswende. „In den vergangenen Monaten haben
wir mehr denn je gespürt, wie bedeutend und wertvoll öffentlicher Raum
ist, wenn es um die Möglichkeiten geht, sich unter
Einhaltung von Abstandsregeln im Freien aufzuhalten“, so Lucie
Messerschmidt vom Vorstand der GAL.
In ihrem
Kommunalwahlprogramm schlägt die GAL vor, mehr Flächen von Parkraum zu
befreien und stattdessen Aufenthaltsmöglichkeiten zu schaffen. „Die
Beckergrube ist ein gutes Beispiel wie es gehen kann“, freut sich
Carl Howe, baupolitischer Sprecher der GAL. „Diese Maßnahme des
Rahmenplans wollen wir verstetigen. Allerdings müssten mehr Kontrollen
stattfinden, denn viele Autos fahren hier unerlaubt durch oder halten
die Tempobeschränkung nicht ein.“
Ein weiteres Mittel,
damit Menschen vermehrt auf den ÖPNV umsteigen, ist das Parken im
öffentlichen Raum teurer zu machen und parallel die Attraktivität des
Busfahrens zu steigern – hierzu gehört auch das Ein-Euro-Ticket.
„Es kann nicht sein, dass die Buspreise permanent steigen, während
Parkgebühren in Lübeck stagnieren.“
Mit der Gebührenerhöhung für Anwohner*innenparkausweise hatte die GAL sich bereits in vergangenen Jahren beschäftigt. Bis vor kurzem war es Kommunen nicht erlaubt, selbstständig an der Schraube zu drehen. Dies hat sich im Mai 2020 geändert. Der Deutsche Städtetag schlägt einen Gebührenkorridor bis 200 Euro vor.
„Wir sind in der
Lübecker Innenstadt mit dem Rahmenplan auf einem guten Weg“, so Juleka
Schulte-Ostermann. „Jedoch sind Änderungen vielfach zu zögerlich. Statt
konfliktscheu die Versorgung mit Parkraum im Fokus zu
haben, muss das Mobilitätsgeschehen mehr gesteuert werden – mit allen
Instrumenten, die zur Verfügung stehen. Hierbei brauchen wir Transparenz
und vor allem auch Tempo. Vieles dauert aufgrund einer über Jahre
ausgedünnten Personaldecke leider zu lange und
die GroKo setzt ihren Schwerpunkt nicht auf umweltfreundliche
Mobiltät.“
„Ein weiteres Ärgernis sind parkende Autos auf Gehwegen in den Wohnquartieren“, weiß Katja Mentz, die mehrfach öffentlich auf Missstände bei Schulwegen aufmerksam gemacht hat. „Falsches Parken wird vielfach toleriert statt die Straßenverkehrsordnung anzuwenden und den öffentlichen Raum etwas gerechter zu verteilen. Kinder und Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung bleiben auf der Strecke.“
Beim PARKing Day setzt
die GAL auf gestalterische Kunst. „Auf unserer Fläche kann gemalt
werden: Wie wünschen wir uns unsere Stadt“, so Hermann Eickhoff vom GAL
Vorstand.
Fraktion Freie Wähler & GAL kritisiert Senator Hinsen und die Lübecker GroKo:
Foto: K. Mentz, Fridays for Future 2019
Anfang
des Jahres legte die Verwaltung einen Bericht mit 49 konkreten
Klimaschutzmaßnahmen vor, die in Lübeck kurzfristig und mittelfristig
umgesetzt
werden können. Passiert ist seither nichts. Zwar erscheint der Bericht
seit März regelmäßig auf der Tagesordnung von Ausschüssen und
Bürgerschaft. Doch immer wieder wird der Bericht vertagt, der von
Politik eigentlich nur zur Kenntnis genommen werden müsste.
Die
GAL hatte den Umgang mit Klimaschutz in Lübeck bereits immer wieder
scharf kritisiert. „Ist Senator Hinsen die Bedeutung des Themas nicht
bewusst?
Wo bleibt der Nachdruck, mit dem ein Umweltsenator sich für
Klimaschutzbelange einsetzen sollte? Mit Stadtradeln ist es nicht
getan“, kritisiert Bürgerschaftsmitglied Antje Jansen die mangelhafte
Prioritätensetzung.
Für
Rüdiger Hinrichs (Freie Wähler), der die Fraktion im Ausschuss Umwelt,
Sicherheit und Ordnung vertritt, ist nicht nachvollziehbar, warum der
Bericht immer wieder durch Zurückstellung verschleppt wird. „Wir hatten
ausreichend Zeit, den Bericht durchzuarbeiten. Beim Klimaschutz müssen
wir auf die Tube drücken und konkrete Maßnahmen umsetzen.“ Auch Rüdiger
Hinrichs versteht nicht, warum der zuständige
Senator das Thema Klimaschutz nicht wesentlich vehementer verfolgt. „Es
entsteht der Eindruck, Klimaschutz interessiere ihn nicht.“
Genervt
ist auch Carl Howe (GAL), der sich im Bauausschuss seit Jahren immer
wieder durch Anträge für konkreten Klimaschutz einsetzt. Auch im
Bauausschuss
wurde das Maßnahmenpaket der Verwaltung erneut vertagt. „Die SPD sah
noch Beratungsbedarf und will Anträge dazu stellen. Klimaschutz wird auf
die lange Bank geschoben, ausgebremst oder abgelehnt. Wir könnten beim
Erreichen der Klimaziele wesentlich weiter
sein“, kritisiert er die Lübecker GroKo.
Mit
der Feststellung des Klimanotstands im Mai 2019 wurde die Verwaltung
aufgefordert, ein kurzfristiges Maßnahmenpaket zum Klimaschutz
vorzulegen,
um bis 2030 die Hälfte der Treibhausgasemissionen in Lübeck einzusparen
und so einen Beitrag zu leisten, die weltweite Erderwärmung auf maximal
1,5°C zu begrenzen.
„Die Lage ist ernst. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit“, mahnt Fraktionsvorsitzende Antje Jansen (GAL).
Die GAL Wähler*innengemeinschaft (grün+alternativ+links) begrüßt, dass die Verkehrsberuhigung in der Beckergrube endlich startet. Die letzten Baumaßnahmen laufen noch, bald geht es an die Gestaltung der Aufenthaltsqualität durch Bürger*innen.
Beckergrube gegenüber Stadttheater
„Wir sind überzeugt, dass die verkehrsberuhigende Maßnahme erfolgreich verlaufen wird und der Aufenthalt in der Innenstadt damit für Bewohner*innen und Gäste an erheblicher Qualität gewinnt sobald Leben in die Plätze einkehrt und diese noch begrünt werden“, ist Antje Jansen, Mitglied der GAL in der Bürgerschaft überzeugt. „Bedingt durch Corona ist es gerade jetzt wichtig, innerhalb der Innenstadt mehr Flächen an der frischen Luft zur Verfügung zu stellen, um sich, ohne durch den motorisierten Verkehr gefährdet zu werden, draußen aufhalten zu können.“ Die GAL fordert durch Anträge im kommenden Bauausschuss weitere Verkehrsberuhigungen und Spielstraßen in Lübeck einzurichten und erinnert auch an den Beschluss eines GAL-Antrags, Bewegungsspiele für Kinder und Erwachsene zu errichten. „Wir denken hierbei an Hüpfkästchen oder Wipptiere. Die Haushaltsmittel wurden hierfür vor zwei Jahren beschlossen, umgesetzt wurde der Beschluss bisher nicht.“
Letzte Vorbereitungen laufen
Die GAL hatte bereits vor drei Jahren eine Vision, wie die Beckergrube verkehrsberuhigt aussehen könnte und hatte dafür eigens ein Plakat als Fotomontage entwickeln lassen (siehe Bild im Anhang). Dort gibt es im Hintergrund auch eine Stadtbahn als umweltfreundlichs Verkehrsmittel, für die sich die GAL einsetzt. „Wir freuen uns, dass wir den Rahmenplan Innenstadt nun Schritt für Schritt umsetzen.“
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