Linke & GAL: Bürgerschaft ist keine Karnevalsbütt

Der Volksfestumzug ist für viele Menschen in Lübeck ein freudiger Höhepunkt des Jahres und lebt vom großen ehrenamtlichen Engagement der vielen Teilnehmenden. Ein Antrag der Fraktion Linke & GAL, zukünftig kein Plastikkonfetti von den Wagen zu werfen und die Anregung, einen Teil der Süßigkeiten aus dem Fairen Handel zu beziehen, führte zu heftigen Reaktionen in der Bürgerschaft. Statt einer sachlichen Debatte reagierte die CDU mit Falschbehauptungen, persönlichen Angriffen und einer diskreditierenden Spottrede gegen Linke und GAL, gegen Umweltschutz und Fairen Handel. „Dabei ging es uns darum, bei solchen Veranstaltungen Spaß mit Verantwortungsbewusstsein zu verbinden“, so Juleka Schulte-Ostermann.

Wie kam es zu dem Antrag?
Nach dem Volksfest im vergangenen Jahr wurde die Fraktion Linke & GAL von einem Bürger angesprochen, dem selbst Tage nach dem Umzug noch das viele bunte Konfetti aus Papier und Kunststoff am Straßenrand und in Grünstreifen aufgefallen war. Zwar waren die Entsorgungsbetriebe direkt nach dem Umzug mit der Reinigung beauftragt, jedoch kommen die Kehrmaschinen nicht in die Grünstreifen, um kleine Plastikschnipsel einzusammeln. Dies nahm die Fraktion zum Anlass, im Juli 2025 eine Anfrage im Umweltausschuss zu stellen.

GAL-Mitglied Katja Mentz wollte darin wissen, ob es Vorgaben gäbe, welche Materialien (z.B. biologisch abbaubar, ohne Chemikalien) und welche Mengen von den Festwagen beim Volksfestumzug oder CSD geworfen werden dürfen. Dazu regte sie an, ob Lübeck sich an der freiwilligen Aktion aus Nordrhein-Westfalen beteiligen könne, wo mit der „Jecke Fairsuchung“ ein bestimmter Anteil der Kamellen aus dem Fairen Handel stammt.

„Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, wie sie Plastikmüll vermeiden können – dazu gehört auch, dass bei Straßenfesten und -Umzügen kein Plastik in die Umwelt geworfen wird“, so die Umweltpolitikerin Katja Mentz.

Umweltsenator Hinsen begrüßte das Anliegen, erklärte den Umweltausschuss jedoch für nicht zuständig, da dieser keine Regularien für Straßenumzüge festlege.

Vom Umweltausschuss in den Werkausschuss

Das Thema wurde daraufhin von der Fraktion Linke & GAL als Antrag in die Bürgerschaft eingebracht und von dort in den Werkausschuss der Entsorgungsbetriebe überwiesen. Auch da wurde die formale Zuständigkeit für entsprechende Regelungen verneint. Dennoch sprachen die Ausschussmitglieder die klare Empfehlung aus, „auf die Veranstalter hinzuwirken, umweltverträgliche Materialien zu verwenden“, wie im Protokoll festgehalten ist.

Vom Werkausschuss zurück in die Bürgerschaft

Im Februar 2026 kehrte der Antrag mitsamt der Empfehlung aus dem Werkausschuss in die Bürgerschaft zurück. „Wir warben in der Bürgerschaft für die Zustimmung und gingen davon aus, dass unser Anliegen eine Mehrheit findet. Denn die Vermeidung von Plastikmüll und Mikroplastik in der Umwelt sollte allen Bürgerschaftsmitgliedern ein Anliegen sein“, so Bürgerschaftsmitglied Juleka Schulte-Ostermann von der GAL. „Ein zusätzlicher Satz in den bestehenden Auflagen für Straßenumzüge, dass bei Wurfmaterial auf umweltverträgliches Material zu achten sei, hätte ausgereicht – eine Kleinigkeit, die aus unserer Sicht selbstverständlich sein sollte. Was dann jedoch folgte, war keine sachliche Auseinandersetzung mehr, sondern eine gezielte Verzerrung unseres Antrags.

CDU-Bürgerschaftsmitglied und Präsident eines Lübecker Karnevalsvereins Jens Zimmermann hielt eine Rede, in der er unserem Antrag wahrheitswidrig eine Abwertung ehrenamtlicher Engagierter unterstellte und das diskreditierende Narrativ einer angeblichen „Verbotspartei“ bediente.“ Mit großer Mehrheit und Stimmen der CDU, Grüne, SPD, FDP und weiteren wurde der Antrag daraufhin abgelehnt.

Juleka Schulte-Ostermann von der GAL stellt klar: „In meiner Rede habe ich ausdrücklich betont, dass GAL und Linke den Volksfestumzug als freudigen Höhepunkt vieler Menschen schätzen und habe dabei auch die ehrenamtliche Arbeit hinter solchen Festen gewürdigt. Unser Ziel war es, Feiern und Verantwortung gegenüber der Umwelt miteinander zu verbinden. Dass daraus bewusst eine Geringschätzung des Ehrenamts der Vereine und angeblich geforderte pauschale, allumfassende Verbote konstruiert wurde, ist sachlich falsch und politisch unanständig.“

Büttenrede in der Bürgerschaft richtete Schaden an

Sascha Luetkens, Bürgerschaftsmitglied Die Linke, ergänzt: „Ich würde gern einfach sagen, dass Herr Zimmermann ein talentfreier Büttenredner ist. Allerdings wird das dem Anlass nicht gerecht. Offenbar hat er frei von Wissen vom tatsächlichen Inhalt unseres Antrages eine Polemik auf GAL und Linke formuliert. Ein Schaden in mehrfacher Hinsicht. Nachhaltigkeit und fairer Handel werden verächtlich gemacht, der Karneval schlecht repräsentiert und die Würde der Bürgerschaft ins Lächerliche gezogen. Fazit: Ehrenamtliches Engagement – auch in der Kommunalpolitik – verdient Respekt und keine inszenierte Büttenrede.“

Beide Bürgerschaftsmitglieder betonen abschließend für ihre Fraktion Linke & GAL: „Unser Antragsanliegen, bei Straßenumzügen und -festen keinen Plastikmüll in die Umwelt zu bringen und über den Bürgermeister bei Vereinen anzuregen, einen Anteil fair gehandelter Kamellen zu verwenden, mag für manche ein kleines Thema sein. Für uns gehört es jedoch zur politischen Verantwortung, auch vermeintlich kleine, schnell lösbare Verbesserungen anzugehen. Verantwortung für Umwelt und Fairness beginnt nicht erst bei den großen Krisen. Wir werden uns daher weiterhin konstruktiv sowohl im Großen als auch Kleinen für Mensch, Umwelt und Klima im Rahmen unserer politischen Arbeit einsetzen.“

Katja Mentz 3. März 2026

Bartelsholz: Wessen Interessen vertritt die Bürgerschaft?

Unter Verweis auf enge Fristen von TenneT hat die Bürgerschaftsmehrheit (CDU, Grüne, FDP, SPD) in der Januar-Sitzung einen Kurswechsel vollzogen und den Bürgermeister beauftragt, die Überspannung des Bartelsholz als Vorzugstrasse zu unterstützen. Linke & GAL widersprechen: Statt Waldzerstörung in Kauf zu nehmen, müsse die Nordumgehung über landwirtschaftliche Flächen konsequent geprüft und verhandelt werden.

Hochspannungsmast in OH

Im Umweltausschuss waren sich noch alle Fraktionen weitgehend einig: Der Bürgerschaftsbeschluss aus Juli 2025 wurde bekräftigt und erneut beschlossen: Die Hansestadt Lübeck setze sich für die Nordumgehung des Bartelholz ein. TenneT solle bei Gesprächen mit den Eigentümer:innen und Landwirt:innen durch die Hansestadt Lübeck bis 31.03.2026 unterstützt werden. Erst wenn sich nach den Verhandlungen herausstellen sollte, dass eine Nordumgehung nicht möglich sei, setze sich die Stadt für die Überspannungsvariante ein.

Sechs Tage später schickte TenneT ein Schreiben an die Hansestadt Lübeck, worauf der Bereich Stadtwald ein Schreiben an die Fraktionen verfasste. Darin wird den Bürgerschaftsmitgliedern eine Frist gesetzt: „Ein Planänderungsantrag hinsichtlich der Überspannung müsste spätestens bis Mitte März beim Amt für Planfeststellung Energie eingereicht werden, da bis Ende 2026 der Planfeststellungsbeschluss vorgesehen ist“, heißt es in dem Schreiben, das den Fraktionen nur vier Stunden vor Sitzungsbeginn der Bürgerschaft zuging. „TenneT benötigt daher schnellstmöglich eine Aussage der HL zur Überspannung, weshalb ein positiver Beschluss zur Überspannung noch in der Januar-Bürgerschaft getroffen werden muss„, ist dort fettgedruckt zu lesen.

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GAL: Bartelsholz retten, echte Verhandlungen ermöglichen!

 
Um das Bartelsholz zu erhalten und die Nordumgehung der Stromtrasse zu ermöglichen, soll der Bürgermeister auf Antrag von Bündnis 90/ Die Grünen, CDU und FDP beauftragt werden, „unverzüglich Kontakt zu den Eigentümern aufzunehmen und die Bedingungen eines Erwerbes / Pachtung der für die Maststandorte und Leitung benötigten Flächen auf der Nordumgehung zu klären.“
Das wird von unserer Fraktion Linke & GAL ausdrücklich unterstützt.

Weiter heißt es in dem Antrag der Jamaika-Fraktionen:

Es werden dabei keine Haushaltsmittel der Hansestadt Lübeck in Anspruch genommen und es werden keine Flächen der Stadt zum Tausch oder Verkauf angeboten.“

Diese Einschränkung eines Gesprächsverlaufs stößt allerdings auf scharfe Kritik bei der Fraktion Linke & GAL.

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GAL lehnt Kuhhandel mit TenneT ab:

Fraktion Linke & GAL lehnt Kuhhandel mit TenneT ab: Waldschutz ist Klimaschutz, Alternative ist möglich Im Januar wird im Umweltausschuss sowie in der Bürgerschaft über eine Verwaltungsvorlage abgestimmt, in der […]

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GAL kritisiert: CDU, SPD und FDP verspielen große Chance für Verkehrswende

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GAL und Linke: Keine Kürzungen in den Bereichen Soziales und Klimaschutz

Zum städtischen Haushaltsentwurf 2026 erklärt die Fraktion Linke & GAL: „Ein Haushaltsdefizit von über 160 Millionen Euro zu verringern, ist bei gesunkenen Zuschüssen von Land und Bund, stagnierenden Einnahmen und […]

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Bundestagsabgeordneter besucht mit uns das Naturschutzgebiet Wakenitz

Lorenz Gösta Beutin, Mitglied der Fraktion Die Linke im Bundestag, unternahm am Donnerstagvormittag mit dem Ausflugsschiff der Firma Quandt eine Tour auf der Wakenitz, um sich ein Bild von dem […]

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GAL beantragt Schutz der Wakenitz und Förderung der Artenvielfalt

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GAL und Die Linke beantragen Energieagentur für Lübeck

Die Fraktion Linke & GAL beantragt in der Bürgerschaft am kommenden Donnerstag, die Einrichtung einer Energieagentur. Damit sollen Beratungsangebote rund um das Thema Klimaschutz und Klimaneutralität gebündelt, und die Bürgerinnen […]

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GAL zu Hundefreilauf und Überschwemmungen im Stadtpark

In der vergangenen Einwohner*innenversammlung machte eine Lübeckerin mit ihrem Antrag darauf aufmerksam, dass der Stadtpark auf vielen Flächen überschwemmt sei. Unter anderem betroffen davon ist die Hundefreilauffläche, die seit Monaten an […]

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